Leben an und mit der Elbe
6. Xella Studentenwettbewerb | Magdeburg 2009
Linda Bley // Christopher Jarchow

Dock in Magdeburg
Der 6. Xella Studentenwettbewerb widmet sich dem Thema Wohnungsbau im Rahmen der vom Bundesland Sachsen-Anhalt geplanten Internationalen Bauausstellung "IBA Stadtumbau 2010", auf der 17 Landesstädte ihre städtebaulichen Programme und realisierten Bauprojekte vorstellen werden. Entsprechend dem Leitgedanken der Magdeburger Stadtplanung "Leben an und mit der Elbe" soll daher als Hauptaufgabe des Studentenwettbewerbs im Winterhafen auf der Magdeburger Elbinsel (Stadtteil Werder-Magdeburg) ein am Wasser gelegener maximal fünfgeschossiger Wohnkomplex mit einem oder mehreren Schiffsanlegern geplant werden. Der Entwurf soll auch öffentliche Einrichtungen vorsehen und so das Gelände in Teilen zu einem attraktiven Treffpunkt für die Bewohner, Schiffsgäste und andere Besucher/Touristen machen.
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Baulicher Kontext
Aufgrund der stadträumlichen Lage des Grundstückes an der östlichen Peripherie des Stadtkernbereiches Magdeburgs sowie südlich des Wohngebietes Kleiner Werder bietet der Standort Potenzial, in seiner baulichen Entwicklung Auftaktsituation für die Kernstadt sowie auch dominanten Abschluss des Wohngebietes Kleiner Werder zu manifestieren. Gleichzeitig liegt das Grundstück, getrennt durch den Elblauf von der Kernstadt und die stark frequentierte Brückstraße vom Wohngebiet Kleiner Werder in weitgehend solitärer Lage, so dass hierdurch die Entwicklung eines eigenständigen zeitgemäßen, stadträumlich hochwertigen Solitärs sinnvoll und möglich wird.
Naturräumlicher Kontext
Wesentlich prägende naturräumliche Komponente des Standortes ist die Lage am Wasser i.V.m. der visuellen Erfahrbarkeit der Parkanlagen des Stadtparks Rotehorn. In gleichem Maße wird die Spezifik des Standortes in Umkehrung dazu auch dadurch begründet, dass der Standort künftig wesentliche Wahrnehmungskomponente vom Wasser und dem Stadtpark aus ist und hierin das Erfordernis einer diesbezüglich behutsamen Integration in den Naturraum begründet liegt.
Nutzungsstruktureller Kontext
Aufgrund der bereits beschriebenen zentralen jedoch nutzungsstrukturell durch die Gegebenheiten auch formal abgetrennten Lage zu den umgebenden Bereichen bedarf es am Standort der Entwicklung eines komplexen, eigenständig funktionsfähigen Ensembles, aus öffentlicher, halböffentlicher und privater Nutzung, um die unverwechselbaren naturräumlichen und stadtstrukturellen Potenziale des Standortes in hohem Maße auszuschöpfen.
Städtebauliche Entwicklung
Der vorliegenden Planung liegt der Leitgedanke zugrunde, am Standort ein, für die Öffentlichkeit und die Nutzer identitätsstiftendes Ensemble aus öffentlichen, halböffentlichen und privaten Räumen (und Außenräumen) und Nutzungen zu etablieren, in dem ablesbar Stadtraum und Naturraum ineinander überfließen. Hierbei liegt der Raumgestaltung am Standort das Prinzip zugrunde, dass die zwei entgegengesetzten Nutzungs- und Bewegungsstrukturen (Elbe-Radweg & Elbe-Bootsverkehr folgend) baulich formal interpretiert werden und in ihrem Schnittpunkt organischer Linienführungen einen Interaktionsraum aufspannen, der durch die umgebenden differenzierten Freibereiche ein Gesamtensemble bildet. Dieses Ensemble, mit dem zentralen gebauten Raum fungiert als Transitzone zwischen dem hereinwirkenden Naturraum und dessen Nutzung und den im Objekt sowie weiterführend der Stadt urbanen Nutzungen. Hierbei sind die unteren Ebenen, mit ihrem unmittelbaren Kontext zum Außenraum für die öffentliche und halböffentliche Nutzung prädestiniert. Jedoch folgt auch die Ausformung der oberen, nicht öffentlichen Wohngeschossebenen diesem Leitgedanken.
Nutzungskonzept
In Einstellung der Potenziale des Standortes beabsichtigt das Nutzungskonzept die Etablierung von Boots- und Fahrradtourismus als komplexes Standortangebot mit vielfältigen ergänzenden Handels- und Dienstleistungsangeboten der Bereiche Service, Gastronomie und Übernachtung, die gleichfalls geeignet sind, qualitätvolle Ergänzung zu den vorgesehenen Wohnformen zu bilden. Die Wohnformen sind ausgebildet als multifunktionale Raumeinheiten, mit Raum für Individualität und Flexibilität folgen dem Anspruch urbaner dynamischer Lebensformen in Kombination von Wohnen, Arbeiten und Freizeitgestaltung im Innen- und Außenraum. Der Anteil der wohngenutzten Flächen der baulichen Anlage beträgt vorliegend 30%. Folgend den Erfordernissen der Leichtigkeit des ruhenden Verkehrs sowie des schonenden und nachhaltigen Umgangs mit dem Naturraum sind die Stellplätze für die öffentliche und private Nutzung auf kurzem Wege erreichbar auf der, durch die Brückstraße vorbelasteten Ostseite in den unteren Geschossen vorgesehen.
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